»Wo die Wälder noch rauschen, die Nachtigall singt | Die Berge hoch ragen, der Amboss erklingt. | Wo die Quelle noch rinnet aus moosigem Stein | Die Bächlein noch murmeln im blumigen Hain. | Wo im Schatten der Eiche die Wiege mir stand | Da ist meine Heimat, mein Bergisches Land.« (Quelle)
Bergig ist das Bergische Land – aber seinen Namen hat ihm nicht seine Topografie, sondern die Zugehörigkeit zumHier sind die Fotos dazu:
Wuppertal · 125 Jahre Schwebebahn
1. März 2026: Auf den Tag vor 125 Jahren wurde die Wuppertaler Schwebebahn in Betrieb genommen. Bis heute weltweit einzigartig!
1901 fuhr bzw. schwebte sie allerdings noch nicht in Wuppertal, sondern zunächst in Elberfeld, Vohwinkel und Barmen. Daraus wurde erst 1930 "Wuppertal". Meine letzte Schwebebahnfahrt dürfte schon etwa 40 Jahre zurückliegen, zuletzt mit den damals noch recht neuen Wagen der Baureihe 72 (Gelenktriebwagen/GTW 72, ab 1972 in Betrieb). Mittlerweile fahren Züge der Baureihe 14 (ab 2014 in Betrieb genommen und in WSW-Babyblau lackiert; offiziell Baureihe 15). Die ikonische, echt 70iger-Jahre Farbgebung in Orange-Blau vermissen die Wuppertaler bis heute, und so spendierten die WSW einem GTW 14 den Retro-Look eines GTW 72. Die einzig wirklich originelle Idee zum Jubiläumsjahr, auf Anregung eines eingefleischten Schwebebahn-Fans realisiert. Die Wiederinbetriebnahme des Kaiserwagens (Baureihe 01, ab 1901 in Betrieb genommen) darf im Laufe des Jahres mit Spannung erwartet werden. Muss ich dann mal wieder hin (und mit den richtigen Kameraeinstellungen knipsen).
Die Rundfahrt startete in Vohwinkel, mit Stopps in Oberbarmen, Hauptbahnhof/Döppersberg und wieder Vohwinkel. Zwei mal 13,3 km stau- und kreuzungsfreier ÖPNV.
P. S.
Als kleiner Junge war eine Fahrt mit der Schwebebahn für mich gleichermaßen faszinierend und unheimlich. Damals erschien mir das alles viel größer, viel höher und viel gefährlicher! Besonders die sogenannte Wasserstrecke von Zoo bis Oberbarmen, mitten durchs Bayer-Werk und an der Wicküler-Brauerei vorbei, war spannend. Würde sich plötzlich eine Tür öffnen und ein kleiner Elephant herausfallen? Und dann die Stationen in luftiger Höhe mit freiem Blick hinunter auf die Wupper (damals noch alles andere als sauber)! Aber auch die abschüssige Landstrecke in Vohwinkel, quasi mitten durchs Wohnzimmer der Anwohner, war mit einer gewissen Ehrfurcht vor der Technik, die noch heute begeistert, verbunden.
Solingen · Alter Hauptbahnhof
Hier habe ich als Kind die richtige Eisenbahn kennengelernt.
Güterverladung, Personenverkehr (Nah und Fern!), Fahrkartenverkauf, Lokomotiven und Schienenbusse, Personenzüge kurz und lang. Auch wenn die Station Solingen-Ohligs dem »Hauptbahnhof« längst Rang und Bedeutung streitig machen konnte, so war der frühere Südbahnhof doch des Solingers Hauptbahnhof. Ohligs lag ja schließlich in Ohligs und nicht in Solingen, und an der Ohligser Bevölkerung wäre auch beinahe die Umbenennung von »Solingen-Ohligs« in »Solingen [sic!] Hauptbahnhof« gescheitert. Aber eine Großstadt ohne Hauptbahnhof und ein ICE-Systemhalt mit dem Namen »Ohligs« erschien der Deutschen Bahn AG dann doch irgendwie unpassend, und eine Spendensammlung (ähnlich wie zuvor in Wuppertal, wo der Bahnhof »Wuppertal-Elberfeld« seinen Namen büßen musste) half die sechsstelligen Kosten der Umbenennung zu stemmen.
Als ich kurz nach der Umbenennung von Köln kommend nach Ohligs wollte, hätte ich einmal fast vergessen, auszusteigen – denn am »Hauptbahnhof« hatte ich mein Ziel vermeintlich noch nicht erreicht (und der Lokführer sich wohl verfahren).
Heute fahren die Züge von S- und Regionalbahn am alten Hauptbahnhof nur noch durch, um kurz davor und kurz dahinter an den verkehrstechnisch günstiger gelegenen Haltepunkten (»Mitte« und »Grünewald«, an deren Namensgebung ich nicht ganz unbeteiligt war), zu halten. An »Solingen Hbf« machen jetzt noch Kunst, Kultur und Gastronomie Halt. Immerhin.
Müngstener Brücke (2023) und Wupperwanderung
Mit dem Abschluss der Grundsanierung Deutschlands höchster Eisenbahnbrücke (2013 bis 2021) erstrahlt diese in neuem Glanz und zeigt sich gerüstet für den modernen Eisenbahnverkehr zwischen Solingen, Remscheid und Wuppertal. Bei der Grundsanierung wurde der Fahrweg komplett erneuert. Den Unterschied hört man, denn nun werden weniger Schwingungen von den überfahrenden Zügen in das 1897 fertiggestellte Gerüst übertragen (das vollständig von vielen Farbschichten und Rost befreit von Hand neu gestrichen wurde). Der Statiker freut sich! Ein 25 Tonnen schweres Stück des originalen Fahrwegs aus der Entstehungszeit (1897) ist nun öffentlich neben Gleis 2 am Bahnhof Solingen-Schaberg ausgestellt.
Aber auch sonst konnte ich auf dieser Wanderung im Mai 2023 einige schöne Eindrücke gewinnen und mit der Kamera festhalten, wenn auch wachsende Bäume manche aus der Kindheit vertraute Perspektive nun nicht mehr zulassen.
Müngstener Brücke (2017)
Seit 1897 verbindet Deutschlands immer noch höchste Eisenbahnbrücke (107 Meter über Talsohle, 465 Meter lang) die Städte Solingen und Remscheid über das Tal der Wupper bei der Ortschaft Müngsten. Der Zahn der Zeit nagte an ihr (wie auf den Fotos dieses Albums noch zu sehen), doch zum 125-jährigen Bestehen im Jahr 2022 wurde sie komplett entrostet und neu angestrichen (von Hand!); auch wurde der Fahrweg (zweigleisig) komplett erneuert. Rundherum führt seit Bestehen ein schöner Wanderweg.
Lister-Talsperre
Was hat die Lister-Talsperre mitten im Sauerland auf der Seite »Bergisches Land« zu suchen? Nichts. Genau. Ein kleines Stück vom Sauerland war allerdings Teil meiner Kindheit geworden und ist mit den angenehmsten Erinnerungen verbunden. Und zwar der Listersee, genauer: die Lister-Talsperre. Hier garniert mit etwas Biggesee und Wupperquelle.
Wuppermündung
Nach dem etwas spärlichen Beginn im Oberbergischen, dort noch unter dem Namen »Wipper«, schwillt das Gewässer dann doch zu einem stattlichen Fluss an (und nennt sich ab Wipperfürth »Wupper« – logisch, nicht wahr?). Bis Anfang der 1980er Jahre galt die Wupper als schmutzigster Fluss Deutschlands (aber nur, weil die kanalisierte Emscher im Ruhrgebiet nicht mehr als Fluss gezählt wurde; dort begegnete mir ab 2003 wieder der Geruch, den ich noch aus meinen frühen bergischen Kindheitstagen kannte). Anstrengungen zur Reinhaltung und Renaturierung waren erfolgreich, doch auch für den »Amazonas des Bergischen Landes« heißt es einmal Abschied nehmen – bei Leverkusen-Hitdorf endet die Wupper im Rhein.